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Ein Parklet in Ebersberg (Gastbeitrag)

Aktuelles KV Ebersberg

Ebersberg bekommt ein Parklet und zwar am Ebersberger Marienplatz, vor dem Haus Nummer 13. Diese vorübergehende Umgestaltung eines Parkplatzes schafft Raum und Aufenthaltsfläche für Menschen und bringt etwas Natur in die Stadt. Das Parklet wird Ende April bis Anfang Mai aufgebaut und freigegeben werden.

Ein Gastbeitrag von HEIDI ATZLER (Agenda 21 Natur, Ebersberg)

Parklet Schild

Was ist ein Parklet?

Ein Parklet ist eine räumliche Erweiterung des Gehsteigs. Öffentlicher Raum, der bisher vorrangig für Autos genutzten wurde, schafft so Raum für Menschen und soziale Interaktionen – ohne Konsumzwang. Diese provisorischen Bauten bestehen meist aus Holz und bieten Sitzflächen, Platz für Pflanzen und bisweilen Fahrradabstellmöglichkeiten oder Spielfläche für Kinder. Das erste Parklet wurde 2010 in San Francisco errichtet. In Deutschland gab es das erste Parklet 2015 in Stuttgart. Aktuell gibt es Parklets u.a. Berlin, Flensburg, München, Rostock, Kiel, Leipzig, Rotenburg, Hamburg und Heidelberg

Raum für Ebersberger

Sitzmöglichkeiten und eine Gestaltung mit Pflanzen schaffen hier eine kleine Oase, die zum Sitzen und Ratschen einlädt. Wir schaffen Platz für Menschen und Interaktion, wo normalerweise Maschinen stehen.

Wo sonst Autos parken, können Menschen nun im Grünen Pause machen, sich mit ihren Lieblingsmenschen treffen oder einfach draußen arbeiten.

Initiiert wird Parklet vom ADFC Kreisverband Ebersberg e.V., dem B.U.N.D. Kreisgruppe Ebersberg – Kindergruppe, der Agendagruppe Natur der Stadt Ebersberg. Umgesetzt wurde das Parklet von der Zimmerei Schuder zusammen mit dem Verschönerungsverein Ebersberg e.V. Die Bepflanzung wurde von der 1a Garten Weber bereitgestellt. Vielen Dank nochmal auf diesem Weg für die großartige Unterstützung.

Das Parklet ist eine Einrichtung von Ebersbergern für Ebersberger. Bitte behandeln Sie es umsichtigDamit sich hier alle gemeinsam wohlfühlen, bitten wir darum,

  • das Parklet sauber zu halten,
  • die Ruhezeiten zu beachten (13-15 Uhr und 20-7 Uhr) und
  • die Anwohnenden zu respektieren

Was meinen Sie?

Was meinen Sie zum Parklet? Gefällt es Ihnen? Haben Sie einen Schaden entdeckt oder wollt ein Problem melden? Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Haben Sie Anregungen oder möchten etwas wissen? Kontaktieren Sie uns gerne unter: natur(..at..)agenda21-ebersberg.de.

Fakten rund um Parklets und Autonutzung

Öffentlicher Raum ist ein wichtiges Gemeingut:

  1. Autos werden im Schnitt nur 40 Minuten am Tag genutzt. Das heißt im Umkehrschluss, sie stehen 97% der Zeit ungenutzt herum 1). Dafür wird auch öffentlicher Raum beansprucht.  
  2. Ein Parklet schafft als Pufferzone zwischen Verkehrsfläche und Bürgersteig neue, sichere Lebens- und Aufenthaltsräume für Anwohner, Kunden, Touristen & vor allem für alle Ebersbergerinnen und Ebersberger und das ganz ohne Konsumzwang.
  3. Es unterstützt soziale Interaktion, u.a. durch die Möglichkeit, das Stadtbild aktiv mitzugestalten 2).
  4. Ein Parklet fördert zivilgesellschaftliches Engagement durch die Einbindung vieler Beteiligter und der Schaffung von Begegnungs- und Aufenthaltsflächen für Ruhesuchende, Eis-Essende, Wochenmarktbesucher, und Mobilitätseingeschränkte, jung & alt. Pilotprojekte wurden schnell als wichtigen Kommunikations- und Anlaufpunkten im den jeweiligen Stadtvierteln wahrgenommen 3).
  5. Es soll ermutigen, alternativen Fortbewegungsformen jenseits des motorisierten Individualverkehrs zu nutzen.
  6. Es fördert lokale Geschäfte durch verlängerten Aufenthalt in Bereich des Parklets. Fahrradfahrende und Fußgänger sorgen bei den lokalen Geschäften für mehr Umsatz als Autofahrer. Je nach Studie kommen 80-90 % des Umsatzes in Städten nicht von Autofahrenden. Fahrradfahrende lassen bis zu 40% mehr Geld bei den ansässigen Geschäften als Autofahrende[4]. In einigen Städten wurde durch die Förderung von Fahrradverkehr und mehr Aufenthaltsqualität sogar eine Belebung der Innenstadt, weniger Leerstand von Gewerbeimmobilien und eine Reduzierung von Verkehrsunfällen erfahren 5).
  7. Es ist ein unverbindlicher Versuch, neue Formen der Stadtnutzung zu erproben – Menschen statt Maschinen, zeitlich & örtlich definiert, einfach & schnell reversibel.

 


[1] http://www.mobilitaet-in-deutschland.de/pdf/MiD2017_Ergebnisbericht.pdf Studie “Mobilität in Deutschland“ S. 76, des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur

[2] https://muenchenunterwegs.de/content/1251/download/parklets-2021-bericht-2021-final.pdf S. 12, abgerufen am 16.05.22

[3] https://muenchenunterwegs.de/content/1251/download/parklets-2021-bericht-2021-final.pdf S. 13, abgerufen am 16.05.22

[4] https://adfc-sachsen.de/788-radfahrer-sind-die-besseren-kunden und https://www.manager-magazin.de/harvard/marketing/fussgaenger-sind-die-wahren-umsatzbringer-a-d5fc3be8-0002-0001-0000-000179057699 abgerufen jeweils am 16.05.2022

[5] https://www.ace.de/autoclub/ace-lenkrad/verkehr-und-umwelt/verkehr-und-umwelt-artikel/artikel/autofreie-innenstaedte-citys-neu-erfahren/ abgerufen am 16.05.22

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